Sachverständiger Heizöltank AwSV - Niederbayern

Ein-Strangsysteme und Zwei-Strangsysteme Heizöltank

Zweistrangsysteme Heizöltank

Die Zwei-Strang-Leitung ist ein Kennzeichen für Ölheizungssysteme älteren Baujahrs. Diese haben ein Öl-Zuleitungsrohr für den Öltransport vom Tank zum Brenner (Zulaufleitung = erster Strang) und ein namensgebendes zweites Rückleitungsrohr, das vom Ölbrenner zum Tank zurückführt (Rücklaufleitung = zweiter Strang).
Die Ölpumpe des Ölbrenners saugt mehr Heizöl an, als dieser verbrennen kann.
Die Rücklaufleitung muss oberhalb des Heizölspiegels im Tank enden, andernfalls droht eine sogenannte Hebewirkung, die zu einem Auslaufen des Tanks führen kann.
Wichtig ist, dass die druckführende Rücklaufleitung, wenn sie in der Erde verlegt ist, doppelwandig ausgeführt sein muss und auf mögliche Leckagen hin überwacht werden muss. Alternativ verlegt man die Rücklaufleitung in einem dichten, aber zugleich einsehbaren Schutzrohr.

Einstrangsysteme Heizöltank

Moderne Ölbrenner arbeiten meist ohne die Rücklaufleitung vom Brenner zum Öltank. Damit das funktioniert, muss eine geeignete Ölbrennerpumpe eingebaut sein. Das System benötigt eine Möglichkeit zur Entlüftung.
Das Ein-Strang-System kann nur bei kleineren Ölheizungsanlagen einsetzt werden, die mit einem geringen Unterdruck (nach DIN 4755 <= 0,4 bar) innerhalb der Saugleitung arbeiten. Auch muss die Anlage mit Ölzulauf arbeiten, und deshalb der Heizöltank höher als die Ölpumpe liegen.

Auffangraum Heizöltank

Einwandige Tanks im Kellerraum ohne Innenhülle müssen in einem Auffangraum stehen.
Der Auffangraum muss im Schadensfall ausgelaufenes Heizöl zurückhalten, sodass es nicht durch die Gebäudewand nach außen ins Erdreich dringt. Er muss ausreichend groß und absolut dicht sein.
Der Auffangraum eines Heizöltanks muss mit einer Beschichtung versehen sein. Innerhalb der notwendigen Höhe des Auffangraumes müssen die Wand und der Boden mit einer heizölbeständigen Beschichtung versehen sein. Die Beschichtung darf nicht beschädigt sein (keine Blasen und Ablösungen).
Risse dürfen nicht mit elastischen Dichtungsmitteln aus dem Sanitärbereich (Silikon u. ä.) verschlossen werden (nicht heizölbeständig), sondern nur mit mineralischen Baustoffen (Zement).
Durch die beschichtete Wand dürfen keine Rohre, Kabel o. ä. hindurchgeführt werden, auch nicht, wenn die Durchführungen vermeintlich dicht sind.
Im Auffangraum und auf dem Heizöltank dürfen keine Gegenstände abgestellt sein.
Die Beschichtung muss am Übergang Wand zur Bodenplatte eine Hohlkehle haben. Sonst sind hier Risse vorprogrammiert, da sich das Material nicht dehnen kann.
Gefordert sind meist 40 cm Abstand zwischen Tank und Auffangraumwand und 5 cm zwischen den Tanks, damit der Heizöltank eingesehen und eine Undichte erkannt werden kann.
Bei Rissen oder Schäden an der Beschichtung, sollte diese von einem geschulten Fachbetrieb erneuert werden.

Wir beraten Sie grundsätzlich nur persönlich und würden uns über einen Kontakt mit Ihnen sehr freuen.

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